Silikatfarben

Eigentlich kleben Wandfarben auf der Wandoberfläche. Nicht so Silikatfarben, denn diese gehen mit dem Untergrund eine quasi unlösbare chemische Verbindung ein. Silikatfarben setzen als Bindemittel geschmolzenen Quarzsand und Pottasche ein. Man bezeichnet dieses Bindemittel als Farbenwasserglas oder Kaliwasserglas. Zu den weiteren Bestandteilen gehören anorganische, wasserglasbeständige Pigmente, mineralische Füllstoffe wie Kreide, Quarzsand, Titandioxid, Glimmer und Wasser. Zusammen mit den Sumpfkalkfarben bilden Silikatfarben die Gruppe der Mineralfarben.

Silikatfarben sind im Denkmalschutz bewährt

Unter der sogenannten „Verkieselung“ versteht man das Abbinden der reinen Silikatfarbe. Zusammen mit dem in der Luft enthaltenen Kohendioxid (CO2) entsteht auf mineralischen Untergründe mit der Kieselsäure (SiO2) eine diffusionsoffener und äußerst beständiger und witterungsfester Oberflächenanstrich, Diese Eigenschaften machen Silikatfarben zum perfekten Anstrich für Außenfassaden. Während herkömmliche Fassadenfarben im Laufe der Zeit bedingt durch Feuchtigkeit und UV-Strahlen verspröden, behalten Fassaden, die mit einer Silikatfarbe gestrichen wurden, viele Jahre lang ihr perfektes Aussehen. Davon zeugen auch zahlreiche historische Gebäude, die vor langer Zeit mit einer Silikatfarbe gestrichen wurden und noch immer (fast) wie neu aussehen.

Natürlicher Schutz vor Algen und Schimmelpilzen

Silikatfarben bilden zusammen mit dem Putz eine Einheit. Die Bildung von Staunässe zwischen Anstrich und Putz ist somit nicht möglich. Werden mit Silikatfarbe gestrichene Fassadenflächen vom Regen durchnässt, werden sie durch Diffusion und Kapillarität sehr schnell wieder trocken. Bei Wänden im Wohnbereich verhält es sich ähnlich. Bei einer hohen Luftfeuchtigkeit nehmen lassen die Farben den Wasserdampf in die Putzfläche und geben ihn bei sinkender Luftfeuchtigkeit wieder an die Raumluft ab. Genau wie Sumpfkalkfarben besitzen auch Silikatfarben einen hohen pH-Wert. Dieser verhindert – zusammen mit der luftfeuchtigkeitsregulierenden Wirkung der Farbe – das an den Wänden Schimmel und Algenbewuchs entsteht.

Welche Untergründe sind für Silikatfarben geeignet?

Zum Abbinden benötigt die Silikatfarbe einen mineralischen Untergrund, wie z.B. Beton, Kalkputze, Kalksandsteine oder Lehmputze. Als Untergrund ungeeignet sind Gipskartonplatten und Gipsputze sowie Holz- oder Kunststoffplatten. Alte Anstriche mit Öl- und Kunststoffanteil sind vor dem Auftragen der Silikatfarbe zu entfernen.

Silikatfarben und Dispersionssilikatfarben

Reine Silikatfarben sind zweikomponentige Farben, die unmittelbar vor der Verarbeitung aus Füllstoffen, Pigmenten und dem Bindemittel Kali-Wasserglas gemischt werden. Reine Silikatfarben haben einen großen Nachteil: Sie sind alles andere als einfach zu verarbeiten. Im Außenbereich kann die Farbe nämlich nur bei passendem Wetter aufgetragen werden. Es darf weder zu heiß noch zu kalt sein und sollte zudem nicht zu windig sein. Auch eine direkte Sonneneinstrahlung ist zu vermeiden, da die Farbe sonst nicht gut Verkieseln kann. Wegen dieser Schwierigkeiten setzt man reine Silikatfarbe heute fast nur noch bei denkmalgeschützten Gebäuden ein.

Mittlerweile gibt es allerdings auch Silikatfarben, die deutlich einfacher zu verarbeiten sind. Diese einkomponentigen Anstriche sind mit speziellen synthetischen Stoffen angereichert und werden als aufgrund dieser Kunststoffzugaben als „Dispersionssilikatfarben“ bezeichnet. Natürlich rein sind diese Farben selbstverständlich nicht mehr, jedoch bieten sie dem Hand- und Heimwerker ein hohes Maß an Sciherheit.

Das müssen Sie bei der Verarbeitung von Silikatfarben beachten

Da Silikat- und Dispersionssilikatfarben einen hohen pH-Wert besitzen, ist bei der Verarbeitung jeglicher Kontakt mit Augen und Haut zu vermeiden. Und auch Flächen aus Materialien wie Glas, Metall oder Stein müssen vor der alkalischen Farbe geschützt werden.

Silikatfarben von AURO und KREIDEZEIT

Silikatfarben erhalten Sie beispielsweise von den Naturfarbenmarken AURO und KREIDEZEIT. Die Profi-Silikatfarbe Nr. 303 von AURO ist eine matt weiße Farbe, die sich für schimmelanfällige Wände besonders gut eignet. Ihre herausragenden Eigenschaften verdankt die Farbe ihrer verbesserten, mit Kaliwasserglas angereicherten Rezeptur sowie dem von AURO entwickelten Bindemittel Replebin®. Eine besonders reine Silikatfarbe erhalten Sie mit den KREIDEZEIT-Produkten Silikatweiß und Farbenwasserglas. Das Silikatweiß ist ein rein mineralisches Farbpulver, das zur Herstellung einer weißen, witterungsbeständigen Farbe gedacht ist. Das alkalibeständige Pulver ist unbegrenzt haltbar und zudem biologisch völlig unbedenklich. Das Farbenwasserglas ist die zweite Komponente, die Sie zur Herstellung von Silikatfarbe benötigen. Es ist hochkonzentriert und enthält keine organische Lösemittel und Konservierungsmittel. Eine weitere Silikatfarbe gibt es vom Naturfarbenhersteller BIOFA. Die SOLIMIN Silikatfarbe 3051 ist gebrauchsfertig und lösemittelfrei und eignet sich hervorragend für das Streichen von Feuchträumen. Der Anstrich ist schnelltrocknend, hoch diffusionsfähig, hochdeckend und zudem allergieneutral. Durch die produkteigene Alkalität ist SOLIMIN zudem allergieneutral.